UR:BAN

Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement

Projektbeschreibung

Ziel des Forschungsprojekts UR:BAN ist es, ein sicheres, wirtschaftliches, energieeffizienteres, vorausschauendes sowie stressfreies Fahren gerade bei zunehmender Urbanisierung in Ballungsräumen zu realisieren. Im Rahmen dieses Projektes haben sich 32 Partner aus Automobil- und Zulieferindustrie, Elektronik-, Kommunikations- und Softwarefirmen, Versicherungsunternehmen sowie Forschungsinstitute und Städte zusammengeschlossen, um Fahrerassistenz- und Verkehrsmanagementsysteme auch für die Stadt zu entwickeln. Im Zentrum der Betrachtungen steht dabei der Mensch in seinen vielfältigen Rollen im Verkehrssystem. UR:BAN ist in drei Projektsäulen untergliedert.

Der Lehrstuhl für Verkehrstechnik der Technischen Universität München ist in den Projektsäulen Vernetztes Verkehrssystem (VV) und Mensch im Verkehr (MV) aktiv.

Vernetztes Verkehrssystem (VV)

Die Entwicklung von Applikationen für ein energie- und verkehrseffizientes Fahren im städtischen Raum steht im Zentrum der UR:BAN-Projektsäule Vernetztes Verkehrssystem. Diese Projektsäule untergliedert sich in die Teilprojekte Regionales Netz (RN), Urbane Straße (US), Smarte Kreuzung (SK) und Kooperative Infrastruktur (KI). Der Lehrstuhl für Verkehrstechnik wirkt dabei in den Teilprojekten US und KI mit, wobei die Ergebnisse aus den drei Teilprojekten RN, US und SK im Teilprojekt Kooperative Infrastruktur aufgenommen und einer technischen sowie verkehrlichen Wirkungsanalyse unterzogen werden.

  • Regionales Netz (RN): Erweiterung des Verkehrsmanagements um Umweltaspekte sowie Berücksichtigung von unterschiedlichen Fahrzeugantriebskonzepten (z.B. Diesel-Hybrid-,Elektro-Antriebe) sowohl bei der Entwicklung von urbanen Strategien als auch bei der Routenwahl im Fahrzeug.

  • Urbane Straße (US): Es werden Basiskomponenten für die flächendeckende Daten- und Informationsbereitstellung der Infrastruktur an die Fahrzeuge mit Fokus auf der Bereitstellung einer Vorausschau für Lichtsignalschaltzeitpunkte der im urbanen Straßennetz befindlichen Lichtsignalanlagen entwickelt.

  • Smarte Kreuzung (SK): Im Fokus des Teilprojektes smarte Kreuzung stehen innovative Fahrzeug- und Verkehrstechnologien, die an städtischen Kreuzungen einen effizienten sowie klima- und umweltschonenden Verkehr ermöglichen. Der kooperative Austausch an Informationen zwischen lokaler Lichtsignalanlage, Fahrzeugen, ÖPNV, Einsatzfahrzeugen sowie Radfahrern und Fußgängern zur verkehrs- und energieoptimierten Verkehrsabwicklung stehen im Mittelpunkt des Teilprojekts.
Leitfaden zur Einrichtung kooperativer Systeme auf öffentlicher Seite
  • Kooperative Infrastruktur (KI): Das Teilprojekt Kooperative Infrastruktur stellt die Übertragbarkeit und Erarbeitung von Referenzsystemen auf Seiten der öffentlichen Hand sicher und gewährleistet so die Nachhaltigkeit des Forschungsprojektes und ermöglicht die Übertragbarkeit der UR:BAN Ergebnisse zur Einführung kooperativer Systeme in den Kommunen.

  • Im Rahmen des Teilprojekts KI hat der Lehrstuhl für Verkehrstechnik die Leitung zur Erstellung eines Leitfadens zur Einrichtung kooperativer Systeme inne.

Mensch im Verkehr

Im Rahmen dieses Teilprojektes wird das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in einem zunehmend vernetzten System untersucht, um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden und den Fahrer bei der Wahrnehmung der komplexen Verkehrssystemfunktionen nicht zu überlasten. Die Arbeiten im Projekt Mensch im Verkehr werden in den fünf Teilprojekten Urbanes Fahren (UF), Mensch-Maschine-Interaktion (MMI), Verhaltensprädikation/ Intentionserkennung (VIE), Simulation (SIM) und Kontrollierbarkeit (KON)  durchgeführt, wobei der Lehrstuhl für Verkehrstechnik in den Teilprojekten Urbanes Fahren mitwirkt und im Teilprojekt Simulation eine leitende Funktion hat.

  • Urbanes Fahren (UF): Das Teilprojekt dient als Plattform zwischen den Teilprojekten innerhalb MV und den UR:BAN-Projekten KA und VV zur Vereinheitlichung und Festlegung von Assistenzszenarien und eines projektinternen Datenstandards.
Fahrradsimulator bei der UR:BAN Abschlusspräsentation

  • Simulation (SIM): Ziele dieses Teilprojektes sind die Analyse und entsprechende deskriptive Modellierung des Verhaltens und der Interaktionen der Verkehrsteilnehmer untereinander und in Abstimmung mit den Anwendungsentwicklungen der UR:BAN-Projekte KA und VV. Im Fokus steht hierbei das Verhalten des informierten und assistierten Fahrers unter detaillierter Berücksichtigung der Interaktionen mit anderen Pkw (mit/ohne UR:BAN-Technologie), Lkw (mit/ohne UR:BAN-Technologie), motorisierten Zweiradfahrern, Radfahrern und Fußgängern.

  • Im Rahmen des Teilprojekts SIM hat der Lehrstuhl für Verkehrstechnik einen Fahrradsimulator entwickelt

Kognitive Assistenz (KA)

In diesem Teilprojekt werden Assistenzsysteme für den urbanen Raum entwickelt. Dabei sind die folgenden vier Schwerpunkte zu berücksichtigen: Umgebungserfassung und Umfeldmodellierung (UEM), Schutz von schwächeren Verkehrsteilnehmern (SVT), Kollisionsvermeidung durch Ausweichen und Bremsen (KAB) und Sichere Quer- und Längsführung in der Stadt (SQL).

Tätigkeit des Lehrstuhls

  • Datenerhebung, -analyse und Modellierung der Bewegung der Fahrradfahrer sowie der Interaktionen zwischen Autofahrer, Fahrradfahrer und anderen schwächeren Verkehrsteilnehmern

  • Zentrale Optimierung der LSA Schaltung unter Berücksichtigung von Lkw-Pulks im Rahmen von grünen Wellen

  • Verkehrliche Bewertung der Wirksamkeit der entwickelten Systeme/Applikationen auf Effizienz und Umweltwirkungen bezogen auf einen räumlichen Kontext durch eine Simulationsgestützte Hochrechnung

  • Systemarchitektur kooperativer Systeme im urbanen Raum unter Berücksichtigung von ITS-Rahmenarchitekturen und Datenformaten     

Keywords Urbaner Raum, Verhaltensmodellierung, Lichtsignalanlagensteuerung, Auswertung und Bewertung, Mikrosimulation
Auftrag-/Fördergeber Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
weitere Projektbeteiligte Adam Opel AG, AUDI AG, AZT Automotive GmbH, BMW AG, BMW Forschung & Technik GmbH, Bundesanstalt für Staßenwesen, Continental Automotive GmbH, Continental Safety Engineering Internat. GmbH, Continental Teves AG &Cos. oHG, Daimler AG, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Fraunhofer IAO, GEVAS Software GmbH, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, ifak Magdeburg e.V., Landeshauptstadt Düsseldorf, MAN Truck & Bus AG, PTV AG, Robert Bosch GmbH, RWTH Aachen, Stadt Kassel, Technische Universität Braunschweig,Technische Universität Chemnitz, Technische Universität München, TomTom Mobility Solutions GmbH, TRANSVER GmbH, Universität der Bundeswehr München, Universität Duisburg-Essen, Universität Kassel, Universität Würzburg, Volkswagen AG
Laufzeit Januar 2012 bis Dezember 2015
Ansprechpartner Dr. Silja Hoffmann, Jakob Kaths, Judith Gessenhardt, Heather Twaddle, Eftychios Papapanagiotou
Weitere Informationen Projektsteckbrief (pdf)
Projekthomepage