RASCH

RAdSCHnellwege: Gestaltung effizienter und sicherer Infrastruktur

Foto: Jakob Kaths

Projektbeschreibung und Lehrstuhltätigkeit

Radschnellwege bieten großes Potenzial zur direkten und sicheren Führung des Radverkehrs über längere Distanzen. Im Arbeitspapier „Einsatz und Gestaltung von Radschnellverbindungen“ der FGSV werden Radschnellwege, die auch Radschnellverbindungen genannt werden, wie folgt definiert:
„Radschnellverbindungen (RSV) sind Verbindungen im Radverkehrsnetz einer Kommune oder einer Stadt-Umland-Region, die wichtige Quell- und Zielbereiche mit entsprechend hohen Potenzialen über größere Entfernungen verknüpfen und durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren mit hohen Reisegeschwindigkeiten ermöglichen.“

Ziel des Vorhabens RASCH ist es, die verkehrlichen Eigenschaften von Radverkehrsströmen auf Radschnellwegen und an den Schnittstellen zwischen Radschnellwegen und dem übrigen Straßen- und Radverkehrsnetz zu analysieren. Dabei soll insbesondere der Einfluss der heterogenen Zusammensetzung des Radverkehrs auf den Verkehrsablauf untersucht und berücksichtigt werden. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse werden Verkehrssteuerungsmaßnahmen und intelligente Verkehrssysteme (IVS) zum Einsatz an Knotenpunkten von Radschnellwegen vorgestellt und mithilfe eines Simulationslabors erprobt und bewertet. Dabei wird insbesondere die Qualität des Verkehrsablaufs für den Radverkehr berücksichtigt, um die Attraktivität des Radfahrens bewerten zu können. Über geeignete Ersatzkennwerte erfolgt aber auch eine Untersuchung unter Aspekten der Verkehrssicherheit.

RASCH beginnt mit umfangreichen vorbereitenden Maßnahmen. Zunächst wird eine Grundlagenanalyse durchgeführt, welche eine Literaturrecherche zum Stand der Technik und der Wissenschaft beinhaltet sowie eine Ableitung möglicher Zukunftsszenarien zur Zusammensetzung des Radverkehrs erstellt. Anschließend erfolgt die Vorbereitung der Simulationsstudien, welche der Analyse des Radverkehrsablaufs auf Radschnellwegen dienen. Zu dieser Vorbereitung zählt der technische Ausbau des Fahrradsimulators unter Berücksichtigung der zu beantworten Fragestellung, die Abbildung des Pilotradschnellwegs in München in der mikroskopischen Verkehrsflusssimulation und einer Erweiterung dieser Simulation um dreidimensionale Elemente wie Gebäude, Bäume, um die Immersion der Probanden zu steigern. Die Vorbereitungsphase schließt mit der Ermittlung von Untersuchungsszenarien anhand der in der Literaturrecherche gewonnenen Erkenntnisse. Anschließend werden die Untersuchungen im Simulationslabor organisiert und durchgeführt. Im Rahmen einer Probandenstudie wird mithilfe des Fahrradsimulators das Verhalten der Radfahrer untersucht. Das Augenmerk liegt hierbei insbesondere auf der Interaktion mit den umliegenden Verkehrsteilnehmern und Infrastrukturelementen. Komplementär dazu wird eine ausführliche Erforschung der zu Beginn von RASCH ermittelten Zukunftsszenarien und Steuerungskonzepte mittels mikroskopischer Verkehrssimulation durchgeführt. Die mittels Fahrradsimulator und Verkehrsflusssimulation gewonnenen Daten werden schließlich analysiert und statistisch ausgewertet. Zunächst werden die verkehrlichen und sicherheitsbezogenen Indikatoren zur Quantifizierung des Radverkehrsflusses auf Radschnellwegen analysiert und zusammengestellt. Die im Projekt untersuchten Verkehrssteuerungsmaßnahmen werden ebenfalls evaluiert und in Hinblick auf die Zielerreichung analysiert.

Anschließend werden die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse aufbereitet und zusammengefasst. Die Untersuchungsergebnisse bezüglich des Radverkehrsflusses auf Radschnellwegen, der Signalisierung und der Beschilderung an Schnittstellen zwischen Radschnellwegen und dem Straßennetz werden hierzu in einem öffentlich zugänglichen Leitfaden festgehalten. Darüber hinaus werden die gesammelten technischen und experimentellen Erfahrungen mit dem Fahrradsimulator in Form eines Erfahrungsberichts präsentiert. So können Empfehlung zum Einsatzspektrum eines solches Aufbaus für andere Anwendungsfälle und Kommunen gegeben werden.


Keywords Radschnellwege, Radschnellverbindungen, Fahrradsimulator
Auftrag- / Fördergeber Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Laufzeit Juli 2017 bis Dezember 2018
Ansprechpartner Dr. rer. nat. Andreas Keler, Georgios Grigoropoulos, Dr.-Ing. Heather Kaths, Dr.-Ing. Matthias Spangler
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